Frozen Reality
Was ist Frozen Reality ?
Die Zeit anhalten - wer hat davon nicht schon geträumt? Sich in einem Raum fortzubewegen, in dem alles bis auf einen selbst wie eingefroren wirkt. Ziel des Verfahrens ist es, einen Kurzzeitvorgang "einfrieren" zu lassen, der aufgrund seiner Geschwindigkeit für das menschliche Auge nicht mehr wahrnehmbar ist. Hierbei wird es für den Betrachter darüber hinaus möglich, sich mit der Kamera um dieses "eingefrorene" Objekt zu bewegen und Dinge zu sehen, die aus nur einer Perspektive nicht wahrnehmbar gewesen wären. Man kann sich hier beispielsweise hochspritzendes Wasser vorstellen, das durch eine in ein Behältnis geworfene Plastikkugel verursacht wird. Die Wassertropfen wirken in diesem Moment wie eingefroren, wobei sich die Kamera um die stehenden Tropfen herum bewegen lässt und entsprechende Perspektiven von dieser stillstehenden Szenerie zeigt.
Um 'Frozen Reality' umsetzen zu können, müssen von der Szene zu einem definierten Augenblick mehrere Fotoaufnahmen aus systematisch unterschiedlicher Perspektive gemacht werden. Dazu löst man die beispielsweise halbkreisförmig um das aufzunehmende Objekt positionierten Kameras im richtigen Moment gleichzeitig aus:
Hier muss bei den sehr schnell ablaufenden Vorgängen ein Trick angewendet werden: Um gestochen scharfe Aufnahmen zu erhalten, wurde eine spezielle Belichtungsmethode angewandt. Die Triggerung erfolgt durch das Objekt selbst, d.h. das Objekt steuert die Aufnahme bis zu einer Genauigkeit von einer millionstel Sekunde - einer bislang unerreichten Präzision. Damit kann sogar das Platzen eines Luftballons sichtbar gemacht werden. Mit einer präzise einstellbaren Schaltung kann jeder Augenblick reproduzierbar herausgegriffen werden. Spielt man anschließend die sich nur in ihrer Perspektive, nicht aber im Aufnahmezeitpunkt unterscheidenden Aufnahmen nacheinander ab (siehe Fotoserie des zerplatzenden Luftballons unten), so erhält der Zuschauer den Eindruck, die Kamera würde sich um ein stehendes Objekt bewegen. Hier werden noch Zwischenbilder interpoliert, um mit wenig Materialaufwand (es reichen hier bereits ein paar wenige Kameras aus) ein Maximum an Plastizität zu erhalten. Dies erlaubt die Betrachtung von beispielsweise physikalischen Kurzzeiteffekten in hervorragender optischer Auflösung mit großem Informationsgehalt.
Der Einsatz des 'Frozen Reality'-Verfahrens ist weitumfassend. Geeignet ist es sowohl in Werbung und Marketing (als Spezialeffekt), als auch in Wissenschaft und Forschung (zur Visualisierung von komplexen Vorgängen). Hier lassen sich z.B. physikalische Vorgänge oder chemische Reaktionen im entscheidenden Augenblick "einfrieren" und in einer zusammenhängenden, plastischen Darstellung betrachten. Unter anderem durch Automatisierung wurde eine technische Vorgehensweise entwickelt, die kostengünstig zu schnelleren und qualitativ höherwertigen Ergebnissen führt, als das mit bisherigen Verfahren möglich war. Überall dort, wo man einen komplizierten Vorgang möglichst einfach, visuell attraktiv und einleuchtend - weil sichtbar - demonstrieren will, hilft 'Frozen Reality'.